Draas (Drăușeni)

Die reiche Ausstattung der Draaser Kirche ging während der Flucht der meisten Einwohner im 2. Weltkrieg und in den Jahrzehnten danach verloren bzw. wurde ausgelagert.

Am Ostsrand des alten Königsbodens befindet sich der symbolträchtige Ort Draas, dessen Geschichte in die Ansiedlungszeit der Siebenbürger Sachsen zurückreicht. „A Warras usque in Boralt“ oder zu dt. von Broos bis Draas heißt es bereits im Goldenen Freibrief von 1224. Ebenfalls im 13. Jahrhundert entstand im Ortszentrum eine romanische Pfeilerbasilika mit westlichem Turm, Chor und Apsis, die an Stelle einer älteren Kirche aus dem 12. Jahrhundert gebaut wurde. Im Jahr 1494 wurde das Bauwerk wehrhaft ausgebaut: Turm, Langhaus und Chor erhielten Verteidigungsgeschosse und eine circa 8 Meter hohe Ringmauer mit fünf Wehrtürmen – ein noch heute weitgehend erhaltenes Ensemble. Besonders hervorzuheben ist das romanische Westportal mit feinen Steinmetzarbeiten (es zeigt u.a. die heidnische Irminsul) und zählt zu den wertvollsten seiner Art in Siebenbürgen. Im Innenraum wurden bei langjährigen Restaurierungsarbeiten großflächige Fresken freigelegt, und Reste der originalen Bauglieder aus romanischer Zeit, wie Rundfenster und Zwillingsfenster. Der reich ausgestattete Altars aus dem Jahr 1638 wurde während der Sicherungsarbeiten ausgelagert, und ist bisher (bis auf eine Heiligenfiguren) nicht zurückgekehrt. Die Orgel befindet sich in Reps auf der Orgelempore. Eine Replik des berühmten Draaser Schwerts befindet sich in der Kirche. Die Anlage wartet auf eine Wiederaufnahme der Renovierungsarbeiten durch das Kulturministerium und verharrt bis auf weiteres im Dornröschenschlaf.

Die Kirchengemeinde besteht aktuell aus 3 Mitgliedern. Gottesdienste finden nicht statt, sind aber auf Anfrage möglich.

Kontakt: Den Schlüssel zur Burg verwahrt Familie Kosa (Nr. 87). Weitere Infos finden sich am Burgtor.

Öffnungszeiten Kirchenburg: Besichtigung nur nach vorheriger Absprache möglich